Bühler und Hug sind am wirtschaftsfreundlichsten

Die Dachorganisationen der Wirtschaft Graubünden haben in Zusammenarbeit mit Smartvote eine Wahlhilfe für die Wahlen vom 15. Mai erstellt. Dabei fällt auf, dass die neue Mitte-Kandidatin Carmelia Maissen deutlich weniger wirtschaftsfreundlich politisiert als die übrigen bürgerlichen Kandidaten. Die grösste inhaltliche Übereinstimmung mit den Dachorganisationen der Wirtschaft Graubündens haben Martin Bühler (FDP) und Roman Hug (SVP).

Die Wahlen vom 15. Mai haben gemäss einer Medienmitteilung der Dachorganisationen der Wirtschaft Graubünden «einen grossen Einfluss auf die Wirtschaftspolitik Graubündens für die nächsten Jahre.» Aus diesem Grund wollen die drei grossen Verbände ihre Mitglieder und die Öffentlichkeit über die wirtschaftspolitische Haltung der Kandidierenden informieren. Im Zentrum der Aktivitäten steht dabei am 27. April eine Podiumsdiskussion mit allen Kandidierenden im Titthof in Chur, die unter www.dwgr.ch auch live gestreamt wird. Als Moderator wird Südostschweiz-Journalist Olivier Berger den Kandidierenden auf den Zahn fühlen. 

Führende Verbände erstellten Bündner Wirtschaftsprofil

Bis dahin fungiert die Smartvorte-Auswertung der Dachorganisationen der Wirtschaft Graubündens – die aus dem Bündner Gewerbeverband, der Handelskammer/dem Arbeitgeberverband sowie HotellerieSuisse Graubünden besteht – als Wahlhilfe. Da der Tourismus in Graubünden wirtschaftlich eine überragende Bedeutung hat, sind auch die Positionen der Branchenorganisationen Bergbahnen Graubünden und Gastro Graubünden ins DWGR-Profil eingeflossen. 

Jon Domenic Parolini

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Jon Domenic Parolini

Die Smartspider-Profile der Kandidierenden zeigen wenig überraschende Bilder: Dass die Dachorganisationen der Wirtschaft Graubünden die bürgerlichen Kandidierenden für den Regierungsrat empfehlen, überrascht nicht. Gemäss Smartspider politisiert der bisherige SP-Regierungskandidat Peter Peyer tatsächlich mit Abstand am «wirtschaftsfeindlichsten» aller Kandidierenden. Nicht, dass dies die Linke gross kümmern würde, die Wiederwahl Peyers ist in Graubünden so gut wie unbestritten.

Maissen deutlich weniger wirtschaftsfreundlich

Spannend ist die Smartspider-Positionierung der neuen Mitte-Kandidierenden Carmelia Maissen, die deutlich weniger wirtschaftsfreundlich politisiert als die anderen «bürgerlichen» Kandidierenden. Gerade bei der Wirtschaftspolitik zeigt sie sich weniger liberal als ihre Kollegen, auch aus der eigenen Partei (57,1%). Die Ilanzer Gemeindepäsidentin hat zwar den Vorteil, als einzige Frau im Rennen zu sein. Andererseits ist auch bekannt, dass die Mitte mit drei von fünf Sitzen in der Bündner Regierung im Grunde deutlich übervertreten ist. Ob Maissen die Tatsache, dass sie von allen bürgerlichen Kandidierenden am wenigsten wirtschaftsfreundlich politisiert, helfen oder schaden wird, wird sich am 15. Mai zeigen.

Gemäss den Smartspider-Profilen sind die bisherigen Mitte-Kandidierenden Marcus Caduff (Mitte, 75,5%), Jon Domenic Parolini (Mitte, 74,2%) und vor allem die neu kandidierenden Martin Bühler (FDP, 82,6%) und Roman Hug (SVP, 81,1%) die wirtschaftsfreundlichsten Kandidaten um einen Sitz in der fünfköpfigen Bündner Regierung. 

Hier gehts zu den Smartspider-Profilen für den Regierungsrat und den Grossen Rat.

 
 
(Bild: GRHeute)