Im Schlussdrittel eingebrochen: HCD im Halbfinal wieder in Rücklage

Im Schlussdrittel eingebrochen: HCD im Halbfinal wieder in Rücklage

GRHeute
03.04.2025

Der ZSC gewinnt das dritte Playoff-Halbfinalspiel gegen den HC Davos verdient mit 5:1 und geht in der Serie mit 2:1 in Führung. Während die Lions im Schlussdrittel eiskalt zuschlugen, brach der HCD disziplinarisch wie spielerisch komplett ein.

Nach zwei sehr unterschiedlichen Spielen in dieser Halbfinalserie zwischen den ZSC Lions und dem HC Davos – einem klaren Zürcher 6:1-Auftaktsieg und einem dramatischen 4:3-Heimsieg des HCD im zweiten Spiel – setzte sich der Heimtrend auch im dritten Aufeinandertreffen fort. Vor ausverkaufter Kulisse in der Swiss Life Arena vor 12’000 Zuschauern sicherte sich der ZSC mit einem letztlich klaren 5:1-Sieg die 2:1-Führung in der Serie – und profitierte dabei von der Davoser Undiszipliniertheit sowie einem dominanten Schlussdrittel.

Alles bereit für den grossen Showdown in Zürich.

 

Die Partie begann aus Zürcher Sicht ideal: Bereits in der 5. Minute nutzte Dean Kukan nach einem schnellen Gegenstoss über Willy Riedi seine Chance und brachte den Favoriten früh in Führung. Es war das erste Playoff-Scorerpunkt des Nationalverteidigers – erzielt in ungewohnter Manier mit einem präzisen Schuss zwischen die Beine von HCD-Keeper Sandro Aeschlimann. Zwar konnten die Lions in der Folge mehrere gute Chancen nicht nutzen – etwa durch Derek Grant in der 7. Minute oder Joel Henry, der den Pfosten traf – doch der ZSC kontrollierte das Spielgeschehen weitgehend.

Wie aus dem Nichts dann der Ausgleich: In der 15. Minute unterlief Jesper Fröden ein folgenschwerer Fehlpass im eigenen Drittel. Bei angezeigter Strafe verliess Simon Hrubec sein Tor, um einem zusätzlichen Feldspieler Platz zu machen – doch Frödens Rückpass rutschte an Freund und Feind vorbei ins verwaiste Zürcher Gehäuse. Ein kurioses Eigentor, gutgeschrieben ausgerechnet dem HCD-Captain Andres Ambühl. Damit war das Spiel wieder offen.

Auch die HCD-Fans gaben in Zürich alles.

 

Im Mittelabschnitt zeigte sich der ZSC effizienter. Nach einem Getümmel vor dem Tor schnappte sich Grant im Slot die vermeintlich gesicherte Scheibe und legte für Sven Andrighetto auf, der wiederum Denis Malgin mustergültig bediente. Der Zürcher Topscorer liess sich nicht zweimal bitten und schob zur erneuten Führung ein (24.). Es war sein drittes Tor im dritten Spiel – der Stürmer scheint nun endgültig in diesen Playoffs angekommen zu sein.

Nach dem Treffer flachte die Partie phasenweise ab – zu viele Strafen auf beiden Seiten unterbrachen den Spielfluss. Die Szene des Drittels ereignete sich kurz vor der Pause: In einem Gerangel zwischen mehreren Spielern wurde Linienrichter Dominic Altmann von einem unabsichtlichen Schlag von Davos-Stürmer Brendan Lemieux im Gesicht getroffen. Der Unparteiische ging zu Boden und konnte zur dritten Periode nicht mehr zurückkehren – Lemieux musste nach dieser Aktion ebenfalls in die Kabine.

HCD-Goalie Sandro Aeschlimann hatte wieder alle Hände voll zu tun.

 

Der Schlussabschnitt wurde dann zur Machtdemonstration der Lions – und zum Offenbarungseid für Davos. Zunächst wurde ein Treffer von Malgin nach Videostudium anerkannt (43.). Aeschlimann hatte die Scheibe aus der Fanghand verloren, und diese kullerte über die Linie – zu viel Unordnung im HCD-Torraum. Wieder war es ein Powerplay-Treffer – eine Schwäche, die sich wie ein roter Faden durch das Davoser Spiel zog. Insgesamt zehn kleine Strafen leisteten sich die Bündner, die Hälfte davon im Schlussdrittel – zu viele gegen ein so gefährliches Zürcher Überzahlspiel.

Als dann die vierte Linie der Lions durch Justin Sigrist nachlegte (49.), war die Partie entschieden. Sigrist, bereits im zweiten Spiel mit einem Tor erfolgreich, vollendete nach Vorarbeit von Joel Henry zum 4:1. Den Schlusspunkt setzte schliesslich Sven Andrighetto in der 54. Minute mit einem satten Schuss unter die Latte – diesmal sass der Abschluss nach einem vorherigen Lattenknaller von Lehtonen. 5:1 – der Endstand und gleichzeitig das klare Signal: Wenn der HCD sich nicht in den Griff bekommt, wird diese Serie einseitig enden.

Frust auf der Spielerbank des HCD.

 

So zeigte der ZSC in dieser dritten Partie eine abgeklärte, konzentrierte Leistung – defensiv solide, offensiv effizient. Davos hingegen präsentierte sich zu fehleranfällig, zu undiszipliniert – und liess sich im letzten Drittel regelrecht überfahren.

In Spiel 4 geht es wieder nach Davos: Der HCD steht dabei unter Druck. Eine Niederlage würde die Bündner bös in Rücklage bringen, bei einem Sieg wäre das Team von Josh Holden weiterhin voll im Rennen. Das grosse Halbfinale findet am Samstagabend um 20 Uhr in der ausverkauften zondacrypto-Arena statt.

 

(Bilder: Sergio Brunetti/stockpix.it)

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