Die Davoser Reaktion: Comeback-Sieg in Lausanne

Nach zwei Niederlagen in Serie stand der HC Davos unter Druck, am Dienstagabend in Lausanne musste ein Sieg her. Und den holten sich die Bündner auch: In der Patinoire de Malley siegten die Bündner nach verlorenem Startdrittel noch klar mit 6:1 (0:1, 4:0, 2:0).

Die Situation am Strich behagt dem HC Davos nicht, schon gar nicht seinem Coach Arno del Curto. So forderte der Engadiner von seinen Mannen in Lausanne dann auch eine klare Reaktion auf den Doppelnummer vom Wochenende. Der Start missriet dem HC Davos allerdings gehörig: Nach einem Drittel lagen die Bündner nach einem Tor des Lausanners Federico Lardi mit 0:1 hinten. Und wem das Spiel vom Samstag noch im Kopf rumgeisterte, dem musste Böses schwanen. Immerhin wissen die Lausanner den Hexer Christobal Huet im Tor, der in der ersten Pausensirene auf eine 68-minütige Ungeschlagenheit gegen die HCD-Stürmer zurückblicken konnte.

Doppelschlag bringt Vorentscheidung

Im Eishockey kann’s aber schnell geben, das musste im Mitteldrittel auch der Goalie-Oldie im Kasten Lausannes schmerzlich erfahren. Am Samstag hatte Davos geführt, und Lausanne war im zweiten Abschnitt die Wende gelungen. Drei Tage später drehte sich der Spiess um. Zuerst wehrte HCD-Goalie Leonardo Genoni mirakulös gegen Louhivaara , danach machten die Landwassertaler innerhalb von 185 Sekunden aus dem 0:1 ein 3:1.

In der 24. Minute traf zuerst Perttu Lindgren für den HCD (Assist Axelsson), und dann ging’s ruck-zuck. Die Lausanner Florian Conz und Hytönen Juha-Pekka fassten je eine kleine Strafe, und der HCD fackelte nicht lange: Felicien Du Bois (Assist Lindgren) und Mauro Jörg (Assist Marc Wieser, Walser) sorgten innert 70 Sekunden für eine Davoser Zweitore-Führung. Vier Minute vor der zweiten Pausensirene sorgte Andres Ambühl im Alleingang für das 4:1 – die Vorentscheidung.

Effiziente Davoser

Auch im Schlussdrittel liess der HCD nichts anbrennen. In Lausanne machte Huet seinen Kasten für seine Reserve Pascal Caminada frei, und dieser wurde gleich entsprechend «begrüsst»: Mit einem Doppelschlag von Perttu Lindgren (Assist Axelsson) und Samuel Walser (Assist Jörg, Paschoud) in der 45. Minute zum 1:6 – innert 26 Sekunden – entschied der HCD das Spiel definitiv. Mann des Spiels war Lindgren, der sein Punktetotal mit zwei Toren und einem Assist in dieser Saison auf 14 (4 Tore, 10 Assists) in bisher 12 Spielen hochschraubte.

«Es war jedem klar, dass wir heute eine Reaktion zeigen wollten», meinte Andres Ambühl nach dem Spiel gegenüber Radio Südostschweiz, «wir sind von Anfang an stabiler in der Verteidigung gestanden. Diesmal bezog Lausanne die Strafen, und unser Powerplay war ganz ok heute, so dass wir ein kleines Pölsterchen schaffen konnten. Danach konnten wir auch befreiter aufspielen».

«Müssen konstanter werden»

Verbesserungspotenzial ortet der MVP der letzten Saison aber genug: «Wir müssen schauen, dass wir die Konstanz hinbekommen. Nicht nur von Spiel zu Spiel, sondern auch innerhalb eines Matchs. Oft haben wir gute 20 Minuten, dann wieder ganz schlimme 20 oder sogar 40. Daran müssen wir arbeiten.»

Dem HC Davos ist damit erneut eine starke Reaktion gelungen. Der Meister ist in diesem Winter bisher zwar eine Wundertüte, aber immerhin gelingt es den Bündnern bisher, auf eine Schwächephase umgehend zu reagieren. Das sagt schon auch einiges über die Qualität der Gelb-Blauen aus und weckt Zuversicht für den weiteren Verlauf der Saison.

Auf einen Blick

Lausanne – Davos 1:6 (1:0, 0:4, 0:2)
6747 Zuschauer. – SR Prugger/Vinnerborg, Dumoulin/Kaderli.
Tore: 17. Lardi 1:0. 24. Lindgren (Axelsson) 1:1. 26. (25:50) Du Bois (Lindgren/Ausschlüsse Florian Conz, Hytönen) 1:2. 27. (26:40) Jörg (Marc Wieser, Samuel Walser/Ausschluss Hytönen) 1:3. 37. Ambühl 1:4. 45. (44:33) Lindgren (Axelsson) 1:5. 45. (44:59) Samuel Walser (Jörg, Paschoud) 1:6.
Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Lausanne, 3-mal 2 Minuten gegen Davos.
PostFinance-Topskorer: Danielsson; Lindgren.
Lausanne: Huet (41. Caminada); Genazzi, Rytz; Gobbi, Leeger; Dario Trutmann, Stalder; Lardi; Louhivaara, Miéville, Pesonen; Danielsson, Hytönen, Benjamin Antonietti; Walsky, Froidevaux, Déruns; Augsburger, Paul Savary, Florian Conz; Simon Fischer.
Davos: Genoni; Guerra, Du Bois; Heldner, Forster; Schneeberger, Paschoud; Jung, Brejcak; Sciaroni, Ambühl, Dino Wieser; Marc Wieser, Lindgren, Axelsson; Simion, Samuel Walser, Jörg; Sven Ryser, Aeschlimann, Sieber.
Bemerkungen: Lausanne ohne Bang, Jannik Fischer und Herren, Davos ohne Corvi, Kindschi und Paulsson (alle verletzt). Pfostenschuss Stalder (25.).

Alle Tore des Spieltags gibt es auf SRF.

 

HCD-Stars touren durch Graubünden

Die Stars des HC Davos gehen mit dem Meisterpokal auf Tour de Graubünden. Die Eishockey-Profis nehmen sich Zeit für eine Autogrammstunde und besuchen bis November die Bündner Regionalsitze der Graubündner Kantonalbank. Schon am Mittwoch sind die Cracks wieder im Kanton unterwegs. Wer also ein Selfie oder eine Unterschrift der HCD-Stars möchte – einfach vorbeigehen.

Mittwoch, 14.10. 
Domat/Ems (13.30 Uhr)
Beat Forster, Mauro Jörg, Fabian Heldner
Thusis (15.30 Uhr)
Marc Aeschlimann, Gregory Sciaroni, Ruben Rampazzo

Donnerstag, 15.10.
Chur (Postplatz, 13.30 Uhr)
Leonardo Genoni, Jens Nater, Enzo Corvi
Landquart (15.30 Uhr)
Claude-Curdin Paschoud, Chris Egli, Dino Wieser

 

(Bild: EQ Images/Robert Hradil)