Calancatal wieder von der Umwelt abgeschnitten

Am Montagabend ist es zwischen Molina di Buseno und Arvigo zu einem Felssturz gekommen. Die Calancastrasse ist auf einer Länge von gegen 200 Metern komplett verschüttet. Ausweichrouten sind keine vorhanden, das Tal ist zurzeit ab Arvigo abgeschnitten. Nach ersten Erkenntnissen sind wahrscheinlich keine Menschen in den bis zu vier Meter hohen Geröllmassen verschüttet worden.

Die Meldung über den Felssturz zwischen Molina di Buseno und Arvigo ging bei der Kantonspolizei Graubünden um rund 19 Uhr ein. Die ausgerückten Patrouillen konnten zusammen mit Mitarbeitern des Tiefbauamts Graubünden feststellen, dass die Strasse auf einer Länge von rund 150 bis 200 Metern komplett verschüttet war. Das Geröll häufte sich auf eine Höhe von bis zu vier Metern.

Ein unverzüglich durchgeführter Suchflug ergab keine Hinweise auf verschüttete Fahrzeuge oder Personen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt gingen keine Meldungen über in diesem Gebiet vermisste Personen ein. Aus einem Wohnhaus wurden jedoch drei Personen evakuiert. Die Feuerwehr stellt sicher, dass niemand das gefährdete Gebiet betritt. Am Dienstagmorgen wird das Anrissgebiet durch Geologen weiter beurteilt. Eine Lagesetzung der Einsatzkräfte fand heute um 09:00 Uhr statt.

Bekannte Gefahren im Calancatal

Die Strecke zwischen Buseno und Arvigo ist bekannt für die Felssturzgefahr. 2007 wurde das Tal mit ihren gegen 400 Einwohnern wochenlang nach einem Felssturz südlich von Arvigo vom Rest des Kantons abgeschnitten. 2008 stürzten dann auf der Calancastrasse weitere 5000 Kubikmeter Fels und Geröll auf die Verbindungsstrasse und schnitten das Calancatal erneut ab. Das Tiefbauamt Graubünden veröffentlichte damals folgende Bilder von den Aufräumarbeiten.Calanca Calanca2

 

(Bilder: Twitter/Google Maps/Tiefbauamt Graubünden, Quelle: Kantonspolizei Chur/GRHeute)