Am Freitag und Samstag der kommenden Woche (28. und 29. März) können Evakuierte aus Brienz/Brinzauls ihr Dorf voraussichtlich ein zweites Mal besuchen. Landwirte, die in der Zone des Betretungsverbots Land bewirtschaften, erhalten ebenfalls Zutritt. Der Zutritt ist wie immer abhängig von der kurzfristigen Beurteilung der Gefährdungslage durch die Fachleute für Geologie und Naturgefahren.
Fünf Wochen nach der ersten Besuchsmöglichkeit im evakuierten Brienz/Brinzauls können Betroffene Ein- und Zweitheimische ihr Dorf ein zweites Mal besuchen. Am Freitag und Samstag, 28. und 29. März, haben sie von jeweils 9 bis 17 Uhr die Möglichkeit, das Dorf zu betreten, wie der Krisenstab Albula/Alvra am Freitag mitteilte.
Alle Personen, die das Dorf betreten wollen, müssen vorab angemeldet sein. Wer sich schon zum Besuch des Dorfes am 15. Februar angemeldet hatte, gilt bereits als angemeldet und muss sich nicht neu anmelden. Alle anderen werden gebeten, sich am Mittwoch (26. März) über die Hotline (079 / 936 39 39) anzumelden.
In der Zone des Betretungsverbots befinden sich auch gut 100 Hektar Landwirtschaftsland, das zu 12 Betrieben gehört. Diese erhalten voraussichtlich bereits ab Montag, 24. März eine Zutrittsmöglichkeit, um die im Frühling anstehende Arbeiten auf ihrem Land durchführen zu können. Die Verantwortlichen der Betriebe werden am Wochenende detailliert informiert.
Freitag/Samstag, 28./29. März 2024:
Für evakuierte Ein- und Zweitheimische
Zutritt erhalten Personen, die in Brienz/Brinzauls ihren Wohnsitz haben und Besitzer:innen von Zweitwohnungen. Pro Haushalt oder Ferienwohnung erhalten maximal zwei Personen Zutritt. Falls grössere Arbeiten erledigt werden müssen (z.B. die Auflösung von Haushalten oder komplette Umzüge), können bei der Hotline (079 / 936 39 39) zusätzliche Personen beantragt werden.
Der Besuch ist nur für Personen möglich, die sich vorab angemeldet haben. Jede Person muss ein Mobiltelefon bei sich haben, dessen Nummer sie vorher angemeldet hat.
Anmeldung
Mittwoch, 26. März (zwischen 10 und 17 Uhr) an die Hotline 079 / 936 39 39
Angaben: Name, Vorname, Handynummer (für jede Person).
Die Anmeldung muss aus Sicherheitsgründen erfolgen. Der GFS muss wissen, wie viele Personen sich im Dorf befinden und sie über eine Mobiltelefonnummer jederzeit erreichen können.
Für Drittpersonen und Personen, die nicht angemeldet sind, ist der Besuch des Dorfes (und des gesamten Gebietes unter Betretungsverbot) untersagt.
Sicherheit
Die Möglichkeit zum Betreten des Dorfes und der Bewirtschaftung von Landwirtschaftsland ist abhängig davon, wie sicher die Lage am jeweiligen Tag ist. Am frühen Freitag- und Samstagmorgen wird entschieden, ob die Gefährdungslage einen Zutritt ins Dorf erlaubt. Falls die Lage ein Betreten am Freitag/Samstag doch nicht zulässt, wird dies per SMS, Twitter und E-Mail publiziert. Wird nichts publiziert, kann das Dorf wie geplant besucht werden.
Bitte leisten Sie den Anordnungen der Behörden immer Folge. Sie dienen einzig Ihrer Sicherheit.
Betreten auf eigene Gefahr
Das Betreten des evakuierten Dorfes erfolgt auf eigene Gefahr. Die Gemeinde Albula/Alvra, der Gemeindeführungsstab oder dessen Mitglieder können nicht für Schäden an Personen, Tieren oder Sachen verantwortlich gemacht werden, die beim oben beschriebenen Betreten/Befahren des evakuierten Dorfes entstehen. Entsprechend ist eine solche Haftung ausgeschlossen.
Alarmierung / Evakuierung
Sollte sich die Gefährdungslage im Laufe des Freitags oder Samstags wider Erwarten rapide verschlechtern, würde der laufende Zutritt vorzeitig abgebrochen und das Dorf sofort evakuiert. Es würde dann die Sirene «Allgemeiner Alarm» (ein auf- und absteigender Ton) ertönen. Begeben Sie sich dann sofort selbständig über den Kontrollpunkt Belfort aus dem Dorf.
Zufahrt über den Kontrollpunkt (Checkpoint) Belfort
Personen, die das Dorf betreten wollen, können dies nur über den Kontrollpunkt «Belfort» an der Strasse von Alvaneu und Surava nach Brienz/Brinzauls tun. Alle anderen Zufahrtsstrassen und Wege bleiben gesperrt. Der Kontrollpunkt ist am Freitag und Samstag jeweils von 9 bis 17 Uhr geöffnet.
Alle Personen, die das Dorf betreten und verlassen, werden mit Namen, Adresse und Mobiltelefonnummer erfasst. Sie müssen während des Besuchs jederzeit über das Mobiltelefon erreichbar bleiben.
Beim Verlassen des Dorfes werden die Personen, die im Dorf waren, wieder aus der Liste ausgetragen. So kann sichergestellt werden, dass das Dorf nach dem Besuch wieder menschenleer ist.
Die Wasserversorgung im Dorf ist nicht in Betrieb. Es gibt im Dorf kein Trinkwasser. Die Stromversorgung und die Versorgungen mit Internet/Fixnetz-Telefon sind in Betrieb.
Zutritt zur Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen
Auch für die Bewirtschaftung des Landes rund um Brienz/Brinzauls bestehen Sicherheitsvorschriften. Der Gemeindeführungsstab steht mit allen betroffenen Landwirt:innen in Kontakt. Sie werden am Wochenende über die Vorschriften und das Verhalten bei einer allfälligen Verschlechterung der Gefährdungslage informiert.
Noch keine Aufhebung der Evakuierung absehbar
Der Gemeindeführungsstab ist sehr daran interessiert, die aktuelle Evakuierung von Brienz/Brinzauls so rasch wie möglich wieder aufzuheben. Leider ist ein Zeitraum dafür aber noch nicht absehbar. Solange der dauernde Aufenthalt im Dorf noch nicht sicher ist, muss die Evakuierung aufrechterhalten werden. Der Gemeindeführungsstab stützt sich bei seiner Beurteilung auf die Expert:innen des Frühwarndienstes der Gemeinde, der Fachgruppe Geologie/Naturgefahren und die beratenden Experten.
Mit einer spontanen Auslösung eines schnellen Schuttstroms muss aktuell nicht gerechnet werden. Allerdings könnte viel Niederschlag oder ein grosser Felssturz auf die Schutthalde diese so stark beschleunigen, dass sich ein schneller Schuttstrom bildet. Dieser könnte im Dorf schwere Schäden verursachen. Ein Aufenthalt im Dorf wäre dann lebensgefährlich.
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(Bild: GRHeute)