Das Pumptrack-Programm ist ein Erfolg

Am 10. Dezember stimmt die Gemeindeversammlung Malans über den Bau eines Pumptracks im Eschergut ab. Malans ist damit die elfte Gemeinde, die sich in den letzten drei Jahren einen Pumptrack bauen liess – mit Unterstützung von graubündenSPORT.

Lenzerheide. Laax. Sils im Domleschg. San Bernadino. Davos. Silvaplana. Pontresina. Chur. Falera. Zizers. Malans. Eventuell Arosa. Die Liste ist unvollständig, deckt den Kanton Graubünden aber schon sehr gut ab. Und es ist die Liste der Pumptracks, die mit Fördergeldern von graubündenSPORT realisiert wurden oder noch werden.

Die Unterstützung betrug je nach Projekt 20’000 Franken oder höchstens 20 Prozent des Gesamtprojekts, wie Thierry Jeanneret, Leiter von graubündenSPORT, sagt. «Weil die meisten Pumptracks aber sechsstellige Summen verschlingen, war es in den meisten Fällen der Höchstbetrag.» Und woher kam das Geld? «Aus dem Sportfonds des Kantons.»

Die Initialzündung kam mit dem Higa-Auftritt 2012, als graubündenSPORT einen echten Pumptrack in die Halle bauen liess und die Gemeinden zu einer Besichtigung einlud. An dieser Ausstellung wurde auch das Programm vorgestellt, das bis Ende dieses Jahres befristet war. «Wir haben die Gemeinden bewusst etwas unter zeitlichen Druck gesetzt, damit die Projekte schnell realisiert werden», sagte Jeanneret.

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Elf Gemeinden haben also die Chance ergriffen – ist das ein Erfolg, Thierry Jeanneret? «Auf jeden Fall. Vor allem wenn man berücksichtigt, dass jede Gemeinde zuerst einen geeigneten Standort finden, allenfalls Zonenpläne ändern und dann in vielen Fällen die Gemeindeversammlung darüber abstimmen lassen muss.»

Initiiert wurden die neuen Pumptracks nicht nur von Gemeinden, sondern auch von Privatpersonen. In Laax etwa soll der zweite Pumptrack als Ergänzung des touristischen Angebots dienen, in Sils im Domleschg wollte die Schule einen attraktiven Platz zum Verweilen für die Kinder. «Das zeigt auch die vielseitige Nutzbarkeit eines Pumptracks. Er kann sowohl als Trainingsplatz für Bike-Clubs als auch als sinnvolle Kinderfreizeitbeschäftigung benutzt werden.»

 

Claudio Caluori, der «Mister Pumptrack»

Claudio Caluori, der fast alle Pumptracks in Zusammenarbeit mit graubündenSPORT konzipiert und gebaut hat, baut inzwischen Pumptracks in aller Welt – zum Beispiel in Aranya Prathet, Thailand. «Der Auftrag kam von einer Privatperson und wir durften machen, was wir wollten. Anfangs kam es uns komisch vor, vor Wellblechhütten ein derartiges Luxusprojekt zu verwirklichen. Aber als er fertig war, kamen die Kinder aus ihren Hütten hervor und fuhren einfach los. Sie hatten Velos mit kaputten Pedalen, die Räder waren schief, aber sie fuhren, wie wenn sie noch nie etwas anderes getan hätten. Das ging uns schon recht nahe.» Einen anderen baute er in Brooklyn, New York, wo die Gepflogenheiten wieder anders waren: «Wenn da ein Asphaltunternehmen am Rande der Stadt wohnt, geht es halt zwei Stunden, bis er vor Ort ist. Das muss man lernen, miteinzuberechnen.»

Claudio

Das Claudio Caluori mittlerweile auf der ganzen Welt zu Hause ist, hat er auch graubündenSPORT zu verdanken. «Das Projekt hat weltweite Beachtung gefunden», sagt er. »Da war graubündenSPORT wirklich in einer Vorreiterrolle.» Mindestens elf neue Pumptracks in drei Jahren – braucht es da noch mehr? «Auf jeden Fall! Bisher sind sie alle aufs Churer Rheintal konzentriert. Ich bin mir aber sicher, dass auch Kinder in kleineren Tälern gerne auf Pumptracks fahren würden.» Alles in allem ist er mit der Aktion sehr zufrieden. «Pumptracks kommen immer mehr. Teilweise werden sie so stark genutzt, dass man als Sportler kaum mehr Platz hat, um zu trainieren.» Und wo fehlt einer, der unbedingt sein müsste? «Davos. Davos könnte einen richtig schönen Pumptrack gebrauchen.»

 

(Bilder: Velosolutions/Claudio Caluori)